Kategorie: Praxis

Beiträge aus der Rührpraxis

  • Erfahre wie du Naturkosmetik sicher zu Hause herstellen kannst 🌿🔬

    Erfahre wie du Naturkosmetik sicher zu Hause herstellen kannst 🌿🔬

    Naturkosmetik selber machen ist keine Hexerei. Dennoch gibt es ein paar Grundlagen, welche wir beachten müssen, damit die Produkte viel Freude bereiten.

    Wie einfach ist es, eigene Naturkosmetik herzustellen?

    Wer den Einstieg wagt, merkt schnell: Mit den richtigen Schritten und ein wenig Sorgfalt ist es gar nicht schwer, wirksame und individuelle Pflegeprodukte selbst zu kreieren. Im Rühratelier zeige ich dir, wie einfach es ist, deinen miniCremen eine persönliche Note zu geben, hochwertige Rohstoffe zu kombinieren und hautschonende Produkte zu erschaffen. Damit alles gelingt, gehen wir Schritt für Schritt vor und beachten die zentralen Grundregeln.

    Lerne alle Grundlagen Schritt für Schritt im miniCreme Basiskurs und rühre deine erste eigene Naturkosmetik im Rühratelier.

    Hell eingerichtetes Rühratelier von miniCreme in Rorschach mit vorbereiteten Arbeitsplätzen für Naturkosmetik-Kurse.

    Welche Rohstoffe eignen sich für die Naturkosmetik?

    Für die Herstellung unserer eigenen miniCremen im Rühratelier setze ich auf hochwertige, natürliche und sorgfältig ausgewählte Inhaltsstoffe. Sie pflegen die Haut intensiv und schenken ihr pure, natürliche Pflege ganz ohne künstliche Zusätze:

    • Pflanzenöle und -butter: Nativ gepresste Öle (wie Mandel-, Jojoba- oder Macadamiaöl) und reichhaltige pflanzliche Butterarten (wie Sheabutter oder Kakaobutter) bilden die nährende Fettphase und versorgen die Haut nachhaltig mit Lipiden und Feuchtigkeit.
    • Pflanzenextrakte und Kräuterauszüge: Frisch zubereitete Auszüge (z. B. aus selbst gesammelten, frischen oder getrockneten Kräutern) bringen die pure Kraft der Natur in die Kosmetik und unterstützen gezielt die Pflegebedürfnisse der Haut.
    • Hydrolate und reines Wasser: Pflanzenwässer (Hydrolate) oder keimfreies, destilliertes Wasser dienen als feuchtigkeitsspendende Basis für Emulsionen und Gele.
    • Natürliche Wirkstoffe: Wirkstoffe wie Hyaluronsäure oder hochwertige Vitamine und Zusätze runden die Formulierung ab und sorgen für individuelle Pflege-Effekte.

    Fazit: Wer seine Kosmetik selber macht, bestimmt selbst, was an die Haut kommt – pur, hautschonend und perfekt auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt.

    Rohstoffe zur Kosmetikherstellung wie kaltgepresstes Mandelöl, Bio-Sheabutter, Hyaluronsäure und Pflanzenöle.

    Wie wichtig ist ein sauberer und hygienischer Arbeitsbereich, wenn du zu Hause deine eigene Naturkosmetik herstellen möchtest?

    Hygiene ist ein sehr wichtiges Thema beim Selbermachen von Naturkosmetik. Im Nachfolgenden verrate ich dir, unter welchen Hygienebestimmungen wir im Rühratelier Naturkosmetik herstellen:

    • Der Arbeitsplatz muss absolut sauber sein! Die Arbeitsfläche gründlich reinigen und mit Alkohol 70 Vol.-% desinfizieren. Anschliessend legen wir die Arbeitsfläche mit Haushaltspapier oder ähnlichem aus. Das Papier besprühen wir ebenfalls mit Alkohol und legen die sterilisierten und/oder desinfizierten Rührutensilien darauf ab.
    • Rührutensilien sterilisieren und/oder desinfizieren! Alle hitzebeständigen Rührgläser und -bestecke bei 100°C sterilisieren (z.B. im Dampfgarer). Die restlichen Rührutensilien gründlich reinigen und desinfizieren. Auch Waagen, Kochplatten und Rührgeräte immer sauber halten.
    • Sauber arbeiten! Wir waschen und desinfizieren unsere Hände oder ziehen uns mit Alkohol eingesprühte Einweghandschuhe über. Niemals Rohstoffe mit blossen Händen anfassen. Zum Dossieren oder Abstreifen der Zutaten benutzen wir das bereitgestellte Rührbesteck und desinfizieren es nach Gebrauch wieder.
    • Keimfreies, steriles und sauberes Wasser! Im Rühratelier nehme ich destilliertes Wasser, das ich mittels einem Wasserdampf-Destilliergerät gewinne und das ich jeweils vor Gebrauch abkoche. Dieses Wasser ist weitgehend steril und keimfrei und enthält keinerlei Mineralien. Deshalb erzielen wir mit diesem Wasser die besten Ergebnisse für unsere selbsthergestellte Naturkosmetik.
    • Kosmetikbehälter desinfizieren! Unsere Pflegeprodukte füllen wir in saubere und desinfizierte Behälter ab. In Airless-Dispenser können wir unsere Naturkosmetik hygienisch aufbewahren und entnehmen. Glasbehälter und Glastiegel dagegen können wir gut reinigen und sterilisieren und sind deshalb wiederverwendbar.

    Fazit: Hygiene und sauberes Arbeiten tragen wesentlich zur Haltbarkeit von selbstgemachter Naturkosmetik bei. Weshalb wir unsere Kosmetik trotzdem konservieren müssen, verrate ich dir als nächstes.

    Selbstgemachte Naturkosmetik ist eine tolle Sache, aber wie halten wir sie frisch und sicher? Wie lange hält selbstgemachte Naturkosmetik?

    Sofern wir keine wasserfreie Kosmetik wie Butter, Balsam oder Ölmischungen herstellen, ist eine Konservierung unerlässlich, um deine Haut zu schützen und deine Kosmetik haltbar zu machen. Ansonsten werden deine selbstgemachten Kosmetikprodukte schnell von Bakterien, Pilzen und anderen Keimen befallen.

    Viele unserer selbsthergestellten Pflegeprodukte bestehen aus einem Wasser– und einem Fettanteil und bieten einen idealen Nährboden für mikrobielle Keime. Die Lagerung im feuchtwarmen Badezimmer ist ein wahres Paradies für Bakterien und Pilze. Das ständige Öffnen der Tiegel und die Entnahme direkt mit dem Finger steigern das Risiko der Keimbildung zusätzlich.

    Zum Glück können wir unsere selbsthergestellte Naturkosmetik sinnvoll konservieren:

    • Wir wählen eine natürliche und hautverträgliche Konservierungslösung.
    • Wir konservieren so viel wie nötig.
    • Wir verwenden so wenig Konservierungsmittel wie möglich.

    Bei selbstgemachter Naturkosmetik gehen wir von einer reellen Haltbarkeit von 6 maximal 8 Wochen aus. Auch mit einer noch so sauberen Arbeitsweise können wir kaum mithalten mit einer industriellen Kosmetikproduktion unter Laborbedingungen. Wir stellen deshalb nur kleine Mengen her, welche wir idealerweise innerhalb von 6 Wochen aufbrauchen.

    Tipps für zu Hause: Ein kleiner Plastikspatel zum Entnehmen der Creme oder sauber gewaschene Hände vermindern das Einschleppen von Keimen. Die Behälter unserer Kosmetik nur so kurz wie nötig öffnen, um das Produkt vor Oxidation zu schützen. Airless-Spender sind ideal, weil das Produkt weder mit Sauerstoff noch mit den Fingern in Berührung kommt. Die meisten Cremen und Lotionen (O/W-Emulsionen) können nach Herstellung auch frisch eingefroren werden, um Vorrat anzulegen.

    Kann ich meine selbstgemachte Kosmetik auch ohne Konservierungsstoffe verwenden? Grundsätzlich ist es möglich, Kosmetik für den Hausgebrauch ohne Konservierungsstoffe herzustellen. Solche Produkte sind jedoch für den sofortigen Gebrauch gedacht und nur ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahrt haltbar.

    Warum ist es wichtig, dass wir den pH-Wert beim Herstellen von Naturkosmetik prüfen und bei Bedarf richtig einstellen?

    Die Wirksamkeit und Stabilität von einigen Rohstoffen, insbesondere Konservierungsmitteln, sind nur bei einem bestimmten pH-Wert gewährleistet. Viele natürliche Konservierungsmittel, auch einige Emulgatoren, Tenside und Wirkstoffe sind pH-empfindlich. Das bedeutet, dass die gewünschte Leistung und Wirksamkeit ausbleiben, wenn der pH-Wert nicht stimmt. Es ist also von entscheidender Bedeutung, dass wir den richtigen pH-Wert für unsere Formulierungen erreichen, ansonsten riskieren wir instabile und schnell verkeimende Produkte.

    Der pH-Wert der Hautoberfläche ist normalerweise leicht sauer und liegt im Durchschnitt bei 5.5 (die Kopfhaut liegt ähnlich bei 4.5 bis 5.5, während Haare noch etwas saurer sind). Eine natürliche und gesunde Haut- und Haarpflege sollte deshalb das Ziel verfolgen, diesen pH-Wert unbedingt zu berücksichtigen und zu erhalten. Ein optimaler pH-Wert unterstützt die natürliche Hautbarriere, schützt vor Schadstoffen und Feuchtigkeitsverlust und verhindert Hautreizungen.

    Fazit: Die Prüfung des pH-Werts ist ein zentraler Bestandteil beim Selbermachen von Naturkosmetik und eine Fähigkeit, die wir beherrschen sollten.

    Auf was muss ich achten beim Beduften mit ätherischen Ölen?

    Der Duft spielt bei vielen Menschen eine wichtige Rolle bei der Wahl der Kosmetik. Im Rühratelier erlebe ich immer wieder, wie sehr der Duft einer Creme das Erlebnis der Anwendung sowie das Gefühl der Wirksamkeit prägt. Kosmetik ist ein wichtiger Alltagsbegleiter, der unser Wohlbefinden und unser Selbstwertgefühl stärkt – schliesslich drücken wir mit Düften auch unsere Persönlichkeit aus.

    Harmonie und Qualität

    • Natürliche Düfte: Rohstoffe wie native Pflanzenöle, Butter, Extrakte und Hydrolate bringen oft schon einen eigenen, charakteristischen Duft mit. Bei der Formulierung setze ich bevorzugt auf Inhaltsstoffe, die ein harmonisches Duft-Potpourri bilden, wodurch das Risiko einer Überdosierung sinkt.
    • 100% Naturrein: In zertifizierter Naturkosmetik sind synthetische Duftstoffe tabu. Erlaubt sind stattdessen 100% naturreine ätherische Öle. Achte hierbei stets auf höchste Qualität und Reinheit! Im Rühratelier biete ich dir dafür ausschliesslich naturreine Öle, wenn immer möglich in Bio-Qualität, an.

    Sorgfalt im Umgang mit hochkonzentrierten Wirkstoffen

    Ätherische Öle beinhalten hochkonzentrierte und äusserst wirksame Substanzen, die wir sparsam und gezielt nutzen sollten. Wir müssen uns immer vor Augen führen, dass Aromatherapie eine eigenständige Medizin ist – für die Gewinnung von nur wenigen Tropfen wird ein Vielfaches an Pflanzenmaterial benötigt. Entsprechend behandeln wir ätherische Öle mit einer gewissen Ehrfurcht.

    Wichtige Sicherheitshinweise und Risiken:

    • Hautreaktionen: Hautreaktionen können in drei Formen auftreten: als Hautirritation, allergische Reaktion oder phototoxische Reaktion.
    • Besondere Vorsicht gilt für Risikopersonen: Kranke, Epileptiker, Asthmatiker, Allergiker, Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Schwangere sollten besonders vorsichtig sein.
    • Vorsicht bei bestimmten Ölen: Zitrusöle enthalten oft Furocumarine (Lichtempfindlichkeit beachten!), und stark hautirritierende Öle wie Nelke, Zimtrinde, Zitronengras u.a. erfordern höchste Vorsicht.
    • Der Test: Bei empfindlicher Haut sollte zur Sicherheit immer zuerst die Ellenbogenprobe gemacht werden.
    Vier geöffnete Kosmetiktiegel aus Glas und Kunststoff mit frisch gerührten Cremes.

    Fazit: Gib deinen selbstgemachten miniCremen deine ganz persönliche Duftnote, aber lege stets grossen Wert auf die korrekte Dosierung. Im Zweifelsfall sollte bei der Anwendung von ätherischen Ölen immer die Fachliteratur konsultiert werden! Naturkosmetik selber machen ist keine Hexerei. Dennoch gibt es ein paar Grundlagen, welche wir beachten müssen, damit die Produkte viel Freude bereiten.

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  • Wasser-in-Öl-Emulsionen mit Olivem 900 oder Lanolin

    Wasser-in-Öl-Emulsionen mit Olivem 900 oder Lanolin

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